Im Zuge des zunehmenden umweltpolitischen Denkens kommt der schadlosen Abwasserbeseitigung eine steigende Bedeutung zu. Das Thema Abwasser stellt heute eine erstrangige umweltpolitische Aufgabe dar, die längst nicht mehr den Fachmann alleine fordert, sondern auch den Politiker und selbst den Einzelnen. Früher war die unzureichende Abwasserbehandlung auslösender Faktor für Epidemien. Heute sind die Gewässer von Belastungen bedroht, die sich mittel- und langfristig negativ auf Mensch, Tier und Vegetation auswirken können.

Im natürlichen Wasserkreislauf verdunstet das Wasser aus den Meeren, den Gewässern und Pflanzen, es regnet wieder herab, und fließt teilweise erneut den Bächen, Flüssen und Meeren zu. Wo aber der Mensch in diesen Kreislauf eingreift, nutzt er das Wasser und verschmutzt es. So entsteht "Abwasser". Nach der gültigen Definition ist es das nach Gebrauch verändert abfließende Schmutzwasser, aber auch Regenwasser, das von bebauten und befestigten Flächen, also von Dächern und Straßen, abläuft und in die Kanalisation gelangt.

 

Es gibt Abwasser aus privaten Haushalten und gewerblichen Betrieben. Diese unterscheiden sich meist wesentlich. Aus den Haushalten, aus öffentlichen Gebäuden und Kleinbetrieben kommen vor allem Wasch-, Bade-, Spül- und Fäkalabwasser. Gewerbe- und Industriebetriebe liefern Schmutzwasser, das bei der Rohstoffgewinnung und bei der Herstellung von Produkten entsteht. Industrielle Kühlprozesse steuern schließlich noch unverschmutztes, aber erwärmtes Wasser bei.

 

 

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Rechtliche Grundlagen

Die Abwasserbeseitigung und damit die Planung, Errichtung und Unterhaltung von Abwasseranlagen ist dem Bereich der Daseinsvorsorge und damit der schlicht-hoheitlichen Verwaltung zuzuordnen. Die Grundstücksanlieger sind durch die Entwässerungssatzung der Stadt Bebra (EWS) zum Anschluss und zur Benutzung der öffentlichen Kanalisation verpflichtet. Es besteht ein öffentlich-rechtliches Benutzungs- und Leistungsverhältnis.


Entwässerungssysteme

Die Kanalisationsanlagen werden entsprechend den äußeren Bedingungen entweder im Trennsystem, im Mischsystem oder in einer gewissen Vermischung der verschiedenen Systeme betrieben.

Im Trennsystem werden Schmutz- und Niederschlagswasser voneinander getrennt in jeweils einer eigenen Kanalleitung abgeführt.

Im Mischsystem werden sowohl Schmutz- als auch Niederschlagswasser in einer gemeinsamen Leitung abgeführt. Dabei überwiegt das Niederschlagswasser eindeutig und bestimmt die Größe des Kanalquerschnittes. Die Kanäle werden in der Regel als sogenannte "Freispiegelkanäle" berechnet und betrieben.

 

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